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Dem Geheimnis der Waschbrettpisten auf der Spur

Simon Raschke vom Gymnasium St. Mauritz mit dem Fachpreis Physik ausgezeichnet

Simon Raschke bei der Preisverleihung

Schotterpiste auf Island [Fotos: privat]

Darüber geärgert haben sich bestimmt schon viele, die im Urlaub mit dem Auto oder dem Fahrrad auf geschotterten Straßen unterwegs waren: Schotterpisten sind oft von vielen Unebenheiten übersät. Schaut man genauer hin, so fällt auf, dass die Erhebungen und Vertiefungen sehr regelmäßig sind und ein Muster bilden. Dieses Phänomen ist auch unter dem Namen Waschbrettpiste bekannt. Simon Raschke aus der Q2 des Gymnasiums St. Mauritz hat dieses Phänomen weniger geärgert, sondern vielmehr verwundert. Er hat sich gefragt, warum und wie genau sich das Muster bildet. Um dieser Frage nachzugehen, hat Simon im Rahmen seiner Facharbeit in Physik eine Apparatur gebaut, bei der ein Rad im Kreis über eine ebene Sandfläche läuft. Und siehe da: Schon nach wenigen Umrundungen bilden sich zufällig kleine Erhebungen, die dazu führen, dass das Rad darüber springt. Dort, wo das Rad aufkommt, bildet sich die nächste Unebenheit, und so wird nach und nach die gesamte Bahn recht regelmäßig mit kleinen Buckeln übersät. Die Abstände der Buckel hängen von der Geschwindigkeit ab. Ein erster Schritt zum Verständnis der Waschbrettpiste.

Für seine Forschungen wurde Simon Raschke letzten Montag (24.09.) mit dem 2. Preis beim Facharbeiten-Wettbewerb „Dr. Hans Riegel - Fachpreis“ im Schloss der Uni Münster ausgezeichnet. Die Jury aus Wissenschaftlern der Westfälischen Wilhelms-Universität beeindruckte besonders die originelle Fragestellung und das experimentelle Geschick, mit dem Simon dieser nachgegangen ist. Neben dem Preisgeld von 400 € ist die Auszeichnung mit einem Stipendium verknüpft, bei dem in Veranstaltungen, Seminaren und Kongressen den Stipendiaten Wege in ein naturwissenschaftliches Studium aufgezeigt werden sollen, und frühzeitig Kontakte mit Wissenschaftlern geknüpft werden können.

Es sind noch nicht alle Fragen zur Waschbrettpiste geklärt. Unterstützung hat Simon von seinem Mitschüler Anton Fehnker bekommen, der daran arbeitet, die Fahrt über die Sandpiste per Computer zu vermessen. So lässt sich die Entstehung der Buckel noch genauer studieren. Eine Aussage können die beiden allerdings jetzt schon machen: Die Entstehung der Buckel lässt sich leider nicht verhindern. Schlechte Nachrichten also für alle, die lieber auf ebenen Pisten unterwegs sind.