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Digitaler Austausch über digitales Leben (und seine Einflüsse)

Medienpädagogische Workshops für die Stufe 9 als Videokonferenz

Der Start des Jahres 2021 ist natürlich auch für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Mauritz stark geprägt vom Distanzunterricht und dem Online-Lernen. Es gibt jede Menge Videokonferenzen, Gruppenarbeit in Breakout-Rooms, Internetrecherche, Entwicklung und Präsentationen digitaler Produkte und vieles mehr. Auch die sozialen Kontakte und Freizeitbeschäftigungen der meisten Menschen finden vermehrt online statt.

Passend dazu gab es für die Stufe 9 – wie in den letzten Jahren auch – das Angebot verschiedener medienpädagogischer Workshops mit dem Ziel, Medien und die eigene Mediennutzung zu thematisieren und ggfs. kritisch zu hinterfragen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren wurden die Workshops allerdings nicht im Klassenraum, sondern in Videokonferenzen durchgeführt.

Durch die Kooperation mit Herrn Dr. Niemand und seinen Studierenden vom Institut für Kommunikationswissenschaften der Universität Münster konnten an unserer Schule unterschiedliche Workshops stattfinden, in denen die jeweiligen Themen altersangemessen vermittelt und kontrovers diskutiert wurden. Insgesamt gab es folgende Themen:

  • Medien und (Des)Information
  • Digitale Spiele und Gewalt
  • Medien und Geschlecht
  • Soziale Netzwerke und ihre Gefahren 

Die Schüler Aurelio Wiens (9c), Tommy Nguyen und Samuel Schmitz (beide 9b) haben einen Bericht für ihre jeweiligen Klassen geschrieben.

Hier der Bericht für die 9c:

Am Donnerstag, den 28.01.2021 fanden in der ersten und zweiten Stunde die medienpädagogischen Workshops für die Stufe 9 statt. Der Workshop wurde zum ersten Mal digital von Studierenden im dritten Semester am Institut für Kommunikationswissenschaft der Uni Münster unter der Leitung von Herrn Dr. Niemand durchgeführt. Die Klasse 9c beschäftigte sich mit dem Thema „Medien und Geschlecht“.

Zu Beginn führte unsere Deutsch- und Geschichtslehrerin Frau Hakelberg eine Anwesenheitskontrolle der Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c durch und wünschte uns viel Spaß. Herr Dr. Niemand und unser Politiklehrer Herr Klausdeinken waren ebenfalls digital anwesend. An dem Skript wirkten die Studentinnen Annika Engelhardt, Kira Hönicke, Julia Peters, Eva Rumpf und Leonie Settele mit. Die Referentinnen, Kira Hönicke und Julia Peters, stellten uns kurz die Agenda der nächsten beiden Stunden vor. Dann ging es auch schon los.

Zuerst wurden uns zwei Cover der Zeitschrift „Vogue“ gezeigt. Auf dem einen konnte man das bekannte Model Bella Hadid und auf dem anderen Harry Styles, einen britischen Sänger und Schauspieler, in Frauenkleidern sehen. Das Cover mit Harry Styles erregte in der Öffentlichkeit deutlich mehr Aufmerksamkeit – weil es nicht so oft vorkommt, dass Männer Frauenkleider tragen. Es gab sowohl viele positive, als auch negative Kommentare, wie z. B. den Kommentar einer US-amerikanischen, rechtskonservativen Aktivistin und politischen Kommentatorin. Sie lästerte über das Cover mit Henry Styles mit den Worten: „Bring back manly men.“ (Bringt männliche Männer zurück.) Hier wurde die Frage gestellt, warum es überhaupt so einen Ausbruch von Kommentaren gab. Anschließend beschäftigten wir uns mit der Frage: Wie setzt sich überhaupt das Wort „Geschlecht“ zusammen und wie wird es beeinflusst? Wir haben herausgefunden, dass es einmal das von Geburt festgelegte anatomische Geschlecht gibt, das „offensichtlich“ die Zugehörigkeit zu männlich oder weiblich festlegt und die sogenannte „Genderindentität“, die das Verhalten eines Menschen zeigt, und dass die Medien einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie wir uns Männlichkeit und Weiblichkeit vorstellen. Es gibt dabei „typische“ Vorstellungen über Mädchen und über Jungen. Mädchen gelten noch oft als belanglos, dumm, oberflächlich, selbstverliebt, naiv, kommerziell und manipulativ, auch, wenn es bereits einige gibt, die sich eher mit kritischen Themen auseinandersetzen. Jungen dagegen gelten meist als stark, überlegen, mächtig und körperlich fit, auch wenn sie sich bereits vereinzelt entgegen der gesellschaftlichen Erwartungen zeigen.

Ziel unseres Workshops war es, Vorurteile abzubauen, unsere Fähigkeit zum kritischen Denken zu fördern, sich die Frage zu stellen „Wie verhalte ich mich und wie verhalten sich meine Freunde?“, stereotype Rollenbilder zu erkennen und diese zu bearbeiten. Später wurden wir in vier Gruppen aufgeteilt, in denen wir die verschiedenen Aspekte der Geschlechterdarstellung innerhalb von aktuellen Songtexten, Computerspielen, TV-Formaten und Social Media herausarbeiten sollten. Nach ca. 15 Minuten haben alle Gruppen ihr Ergebnis kurz vorgestellt. Durch den Workshop wurden wir für das Thema „Geschlechterdarstellung in den Medien“ sensibilisiert. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten diese stereotypen Rollenbilder aufzuweichen, indem wir die vorherrschenden Meinungsbilder kritisch hinterfragen, selbst keine Hassreden führen und mutig gegen Hassreden vorgehen. Zum Schluss gab es noch ein kleines Quiz.

Ich finde es erstaunlich, dass ich vor diesem Workshop Medien einfach so hingenommen habe und mir jetzt direkt auffällt, wenn die Darstellung von Menschen stereotypisch erfolgt. Der Workshop war insgesamt sehr interessant.

(Aurelio Wiens)

 

Hier der Bericht für die 9b:

Die 9b hat am 28.1.2021 einen Online Workshop zum Thema Gewalt in Computerspielen durchgeführt. Dieser wurde von Lisa Heinsdorf und Jakob Viehoff geleitet. Diese sind von der UNI Münster (Institut für Kommunikationswissenschaft).

Zur Hilfe genommen wurde ein Programm mit dem Namen SLIDO, um Umfragen und ein Quiz zu ermöglichen. Zunächst haben die Studenten den Schülern das Video von Horst Seehofer vom 9.10.2019 gezeigt. In diesem wurde deutlich, dass Horst Seehofer auf den antisemitistischen Anschlag in Halle am 9.10.2019 reagiert hatte und diesen in Verbindung zu der Gamer-Szene stellte. Vor allem zu Spielen, wo man aktiv sieht, wie Leute sterben bzw. umgebracht werden. Daraufhin wurden die Schüler und Schülerinnen gefragt, ob sie diese Aussage angemessen finden. Der Durchschnitt antwortete damit, dass sie die Aussage etwas übertrieben finden. Danach wurden die Schüler und Schülerinnen über die Motive, Chancen und Risiken aufgeklärt. Zudem wurden medienpädagogische Maßnahmen aufgeführt. Die Schüler wurden anschließend nach Ideen für Maßnahmen, um mit Eltern und Pädagogen über das Thema zu sprechen, gefragt. Dies ist wichtig, da SchülerInnen und Eltern oft verschiedener Ansichten sind bezüglich dieses Themas. Desweiteren wurden die Schüler und Schülerinnen in Gruppen aufgeteilt, wo diese selbst Risiken, Motive und Chancen an vier Fallbeispielen auflisten sollen. Sie haben diese nach 15 Minuten Gruppenarbeit dann im Plenum vorgetragen, um eine Diskussion über Gewalt in Computerspielen in Gang zu setzen.

Wir selbst sind der Meinung, dass diese Art von Workshops gut sind und weiter fortgesetzt werden sollten!

(Tommy Nguyen und Samuel Schmitz)

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