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Interaktive Schulgottesdienste trotz Corona

Schülerinnen und Schüler können sich per App beteiligen

Zettel und Stift, wer mag, eine Kerze, ein ruhiger Ort und etwa 25 Minuten Zeit. Das ist alles, was die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Mauritz in Münster neben ihrem Smartphone oder einem anderen mobilen Endgerät für den Schulgottesdienst via App brauchen. „Wer bist Du?“ – mit dieser Frage hat die Theologiestudentin Laura Meemann den Gottesdienst überschrieben. Die 26-Jährige hat ein Praktikum bei Schulseelsorger Hendrik Drüing gemacht und das Konzept für den Gottesdienst entworfen, den die Schüler – trotz Lockdowns – von zu Hause aus feiern können.

Gottesdienste und religiöse Impulse gehören als Teil der Schulseelsorge zur Schulkultur am Mauritzgymnasium, erklärt Drüing. „Deshalb war es allen Verantwortlichen sehr wichtig, trotz aller Einschränkungen, regelmäßige gottesdienstliche und alternative Angebote zu etablieren.“ Viel hat er zusammen mit den Schülern ausprobiert. Bereits nach den Sommerferien im vergangenen Jahr hat der Schulseelsorger damit begonnen, Gottesdienste via Zoom im Klassenverband zu feiern. Die Schüler waren zwar zu dem Zeitpunkt wieder in der Schule, die Schulkapelle ist aber zu klein, um alle Abstandsregeln einhalten zu können.

Im November dann entwickelte er mit den Schülern ein App-Format, eine Art Stationslauf zum Thema „Erinnerung“, den sie in bestehenden Kleingruppen auf dem Schulgelände machen konnten. Gleiches wurde dann – in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Petronilla – für den bekannten Krippenweg erstellt. Gerne erinnert sich Drüing an Weihnachten: Unter Berücksichtigung aller Hygieneregeln bot er an Heiligabend drei Gottesdienste für Schüler und ihre Familien in der Schulkapelle und auf dem Schulgelände an. „Innerhalb von sieben Minuten waren sie komplett ausgebucht“, blickt er zurück.

Laura Meemann ist sehr zufrieden, wie der Gottesdienst via App angenommen wird. „Es haben schon mehr als 200 Schülerinnen und Schüler mitgefeiert, von den Siebtklässlern bis zu den Abiturienten“, umschreibt sie die Zielgruppe. Täglich kommen Antworten von Schülern hinzu, die im Gottesdienst aufgefordert werden, eines ihrer Talente in ein dafür vorgesehenes Feld einzutippen, außerdem eine Eigenschaft zu nennen, die sie einzigartig macht, einen Ort, an dem sie sich gerne aufhalten, und Menschen und Dinge, die ihnen gut tun. Laura Meemann hat zudem ein kurzes Musikvideo eingebaut, einen Auszug aus Michael Endes Geschichte „Momo“ eingelesen und ein Gebet formuliert. An mehreren Stellen spricht sie selbst im Video zu den Schülern. „Sie sollen visuell und auditiv mitgenommen werden und sich beteiligen können, denn Liturgie ist immer ein Mitwirken aller“, betont die Studentin. Extra hat sie sich dafür die App „Biparcours“ angeeignet, die das Land NRW den Schulen kostenfrei zur Gestaltung digitaler Lernangebote zur Verfügung stellt.

Auch der nächste Schulgottesdienst ist schon geplant. Aschermittwoch steht vor der Tür, ein wichtiger Tag am Gymnasium, weiß Schulseelsorger Drüing: „Normalerweise feiern dann alle Jahrgangsstufen Gottesdienste und wir starten mit einem Thema, das uns als Schulgemeinschaft in den 40 Tagen bis Ostern begleitet.“ Damit dies auch in diesem Jahr trotz Distanzunterrichts möglich ist, überträgt das Gymnasium St. Mauritz einen Gottesdienst via YouTube aus der St.-Lamberti-Kirche in alle Haushalte der Schüler. Bei der technischen Umsetzung werden die Verantwortlichen von der Rundfunkabteilung des Bistums unterstützt. Auch wenn der Stream eine aktive Beteiligung erschwere, werde es dennoch Möglichkeiten geben, wie Schüler sich einbringen können, kündigt Drüing an. „Ich freue mich sehr, auf diese Weise diesen besonderen Tag – digital verbunden – mit der Schulgemeinschaft zu feiern.“

Artikel veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Bischöflichen Pressestelle (11.2.2021)

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