Sonntag, den 24. September 2017

Lebhafte Eindrücke in Berlin

Sowi- und Erdkunde-LK-Fahrt nach Berlin

Am Montag, 11. September 2017, begann für uns, den Sowi-LK der Jahrgangsstufe Q2, um 8.00 Uhr die Fahrt mit dem Bus in unsere Hauptstadt Berlin. Gemeinsam mit dem Erdkunde-Leistungskurs brachte uns Thorsten, unser super Busfahrer, zum ehemaligen Grenzübergang der innerdeutschen Grenze Marienborn. Dort bekamen wir einen sehr lebhaften Eindruck des Ablaufs der dortigen Kontrollen und des mulmigen Gefühls, das die Passanten damals empfunden haben müssen. Nach unserer Führung dort setzten wir unsere Fahrt zur „Alten Feuerwache“, unserer Jugendherberge, fort. Endlich angekommen, freuten wir uns alle auf ein warmes Abendessen und unsere Betten.

Am Ende einer gefühlt viel zu kurzen Nacht begann der nächste Morgen für uns mit einer Stadtrundfahrt, bei der uns Herr Salonek so einiges Wissenswertes über die Stadt Berlin erzählen konnte. So werden trotz der damaligen Grenze zwischen West und Ost die sozialen und finanziellen Unterschiede zwischen den beiden Teilen mit der Zeit immer geringer.

Am Nachmittag besuchten wir die Gedenkstätte des Deutschen Widerstandes, in der wir erst eine Führung bekamen und anschließend an einem Workshop teilnahmen. Hier erfuhren wir mehr über Ereignisse wie den fehlgeschlagenen Anschlag Stauffenbergs auf den damaligen Diktator Hitler und Gruppierungen wie die „Weiße Rose“ und die „Edelweißpiraten“. Am Abend hatten wir freie Zeit und teilten uns dementsprechend in kleinere Gruppen auf, sodass jeder Berlin selbst erkunden konnte. Da um 23.00 Uhr schon Bettruhe war, mussten wir zu dieser Zeit auf unseren jeweiligen Fluren im Zimmer sein. In Anbetracht der Tatsache, dass wir am Mittwoch schon um 8.30 Uhr am Bundestag sein mussten, war dies gar nicht mal so schlimm wie anfangs gedacht. Dort angekommen, erhielten wir einen Einblick in die Geschichte und politische Vergangenheit des Gebäudes und seiner jetzigen Funktion. Nachdem wir oben, von der bekannten Glaskuppel des Gebäudes aus, die Aussicht über Berlin genießen konnten, hatten wir die Möglichkeit, ein Gespräch mit der persönlichen Referentin von Sybille Benning (CDU) zu führen. Dabei erfuhren wir einiges über den Tages- und Wochenablauf eines Abgeordneten und wie genau die Arbeit im Parlament mit der im jeweiligen Wahlkreis verknüpft ist.

Weiter im Programm ging es nach einer kleinen Mittagspause mit einer Führung durch die Ausstellung des Deutschen Bundestages im Deutschen Dom. Hier stellten wir zunächst in einem kleinen Rahmen eine solche Bundestagssitzung nach und erfuhren anschließend etwas über die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Um 16.00 Uhr war das Programm für Mittwoch auch schon vorbei und wir gingen entweder shoppen, die Stadt erkunden, oder auch einfach zur Jugendherberge zurück. Spontan beschlossen wir dann mit dem Kurs am Abend noch vietnamesisch essen zu gehen. Zurück in der „Alten Feuerwache“ spielten wir noch Karten, gingen auf unsere Zimmer oder verfolgten im Fernsehen, wie es sich für den Sowi-LK gehört, das TV-Duell mit den Kanzlerkandidaten Angela Merkel oder Martin Schulz.

Am Donnerstag begann unser Programm erst am Nachmittag, sodass einige die freie Zeit sinnvoll nutzten, um auszuschlafen, sich am optionalen Programm orientierten und in eines der zahlreichen Museen gingen oder die Shopping-Angebote der Stadt in Anspruch nahmen. Der erste Programmpunkt des Tages war eine Führung durch das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Dort sahen wir die Zellenblöcke, Verhörräume, Überwachungsstationen, etc. und bekamen ein sehr lebhaftes, schockierendes Bild über den Ablauf und die Zustände für die damaligen Gefangenen. Später, an unserem letzten Abend, führten wir in der „Alten Feuerwache“ noch ein DDR-Zeitzeugengespräch mit Mario Röllig, der bereit war, uns von seinem Ausbruchsversuch aus der DDR und den Konsequenzen - er war eine Zeit lang selbst in dem Stasi-Gefängnis inhaftiert - zu berichten, sodass man die gesamte Situation, in der sich die Menschen damals in der DDR befanden, anhand seiner Lage, sehr persönlich hautnah nachempfinden konnte.

Am nächsten Tag fuhren wir mit bereits gepackten Koffern zum Informationszentrum der Europäischen Kommission, wo wir mittels eines Kurzfilms in dem dortigen 360°-Kino und eines interaktiven Rollenspiels eine Sitzung der Kommission und eine Verabschiedung eines Gesetzes auf europäischer Ebene durchspielen konnten.

Nach einer sehr interessanten, aufschlussreichen und lustigen Kursfahrt, bei der wir wirklich viel über die geschichtliche und politische Vergangenheit und jetzige Situation Deutschlands erfuhren, die Hauptstadt Berlin näher kennenlernten und natürlich den Zusammenhalt des Kurses stärkten, kamen wir dann am Freitagabend alle gesund und müde wieder an.

Ein ganz besonderer Dank gilt zum Schluss unseren begleitenden Lehrern, Frau Bloch und Herrn Kruse, sowie die Konrad-Adenauer-Stiftung, die viele unserer Programmpunkte erst möglich gemacht, und stellvertretend dafür an Andrea Horstkötter, die uns immer begleitet und unterstützt hat!

Lucas Sperber, Q2