Freitag, den 23. Februar 2018

Und plötzlich fühlt man sich ganz klein

Rückblick auf die Alpen-Exkursion des Projektkurses Sport Q2

Eine Erfahrung, die man vor allem in den Bergen macht. Die Größenverhältnisse, die sich so plötzlich verändern, wenn man als Mensch zwischen den riesigen Gesteinsmassen steht. Dabei ist man nur mit einem Rucksack ausgestattet, der das Nötigste enthält und der Natur  irgendwie ausgesetzt.So eine sportliche Erfahrung haben wir, 16 Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs des Gymnasium St. Mauritz in Münster erleben dürfen. Dies fand innerhalb eines Projektkurses Sport statt, der im vergangenen Jahr unter dem Thema „Optimales Training in Vorbereitung auf eine sportliche Höchstleistung“ stand. Ziel war eine mehrtägige Hüttenwanderung in den Alpen.

Ein Projektkurs ermöglicht dem Schüler sich auf einen Fachbereich zu spezialisieren, für den er sich besonders interessiert. Dafür haben sich innerhalb des vergangenen Jahres die Schülerinnen und Schüler des Kurses arbeitsteilig intensiv mit Thematiken rund um eine solche Bergwanderung auseinandergesetzt. Konditions-, Koordinations- und Krafttraining wurden theoretisch erarbeitet und praktisch umgesetzt. Neben zwei Probewanderungen im Teutoburger Wald standen zudem Trainingseinheiten während der Schulzeit an. Zur Vorbereitung gehörten auch weitere Themenbereiche. In materialbezogenen Treffen informierten uns unsere Experten über die nötige Ausrüstung. Spezielle Ernährungsweisen für eine Hüttenwanderung wurden ebenfalls vorgestellt. Die Organisation der Fahrt, also Anreise, Route und Unterkünfte, wurden eigenständig erarbeitet und geplant.
Kurz nach den Sommerferien ging es dann endlich los in die Alpen nach Oberstdorf. Vor uns lagen vier Tageswanderungen mit insgesamt knapp 60 Kilometern und ca. 4000 Höhenmetern. Strömender Dauerregen und Schnee, steilstes Terrain auf bis zu neunstündigen Wanderungen und eiskalte Duschen auf den Hütten haben uns täglich herausgefordert. Neben der Anstrengung stand aber vor allem eins im Vordergrund: der Spaß, den alle an der Sache hatten und der die Gruppe ebenso zusammengeschweißt hat, wie die gemeisterten Herausforderungen. Für unsere Leistungen wurden wir mit atemberaubendem Panorama und geselligen Abenden auf der Hütte belohnt, die wir mit gemeinsamem Zusammensitzen, Kartenspielen und leckerem Essen verbrachten.
Alle Erfahrungen und Herausforderungen, die wir erlebt haben trugen dazu bei, dass wir am Ende der Tour mit großem Stolz erfüllt waren, all das gemeistert zu haben. Uns wurde klar, dass wir mehr leisten können, als wir zuvor dachten und dass das Wandern alles andere als das Klischee vom Rentnersport erfüllt.
Nach dem Vergnügen erwartete uns noch die Arbeit. Bis zum Dezember letzten Jahres hatten wir Zeit unsere Themen theoretisch auszuarbeiten und eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen. Dabei stand vor allem die selbständige Arbeitsweise im Vordergrund. Die ewigen Stunden vor den Büchern haben sich aber mehr als gelohnt, denn die Erfahrungen und Erlebnisse der Fahrt sind nicht mit der investierten Arbeit und den geraubten Nerven aufzuwiegen.
Der Sportprojektkurs hat einen riesigen Mehrwert in persönlicher sowie schulischer Hinsicht. Er bietet sowohl persönlichkeitsbildende Effekte, als auch eine ganz besondere unvergessliche Erfahrung im normalen Schulalltag. Dafür sind wir vor allem unseren engagierten Lehrern, Fabian Berk und Paul Zwick, dankbar, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Der nächste Projektkurs Sport steht schon in den Startlöchern; das erfolgreiche Konzept des Kurses hat Funken gesprüht.

Antonia Brand, Maren Greiling, Helen Marx, Projektkurs Q2